Lipödem - wenn die Beine unendlich schwer erscheinen

Das Lipödem ist eine sehr häufige Erkrankung – ca. jede 10. Frau leidet darunter – leider wird es jedoch als Lipödem häufig nicht erkannt und mit anderen Erkrankungen wie Lymphödem oder Venenerkrankungen verwechselt. Die bereits im Frühstadium auftretenden Fettgewebshypertrophien im Bereich der Unterschenkel, Knie und häufig auch an den Oberschenkelinnenseiten werden häufig mit Übergewicht verwechselt. Die konservativen Therapien wie Lymphdrainage und Kompressionstherapie können nur die Symptome lindern. Durch die Fettabsaugung mit Mikrokanülen kann ich seit vielen Jahren meinen Patienten eine ursächliche und schonende Therapie anbieten. Dieses Verfahren führt zu einer deutlichen Besserung der mit dem Lipödem assoziierten Beschwerden.

Was ist ein Lipödem?

Das Lipödem ist eine chronische und im Laufe der Jahre meist fortschreitende Erkrankung des Unterhautfettgewebes. Sie tritt vorwiegend bei Frauen auf und beginnt erst nach der Pubertät, d. h. nach Beginn der Produktion weiblicher Hormone. Befallen ist überwiegend die untere Körperhälfte. Unter einem Lipödem versteht man eine beidseitige Schwellung von Beinen, Armen oder anderen Körperteilen, bei der das Fettgewebe vermehrt ist und es gleichzeitig vermehrt Flüssigkeit enthält

Welche Ursachen bzw. Risikofaktoren kennt man?

Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Da aber vorwiegend Frauen betroffen sind, scheinen hormonelle Faktoren einen entscheidenden Einfluss zu haben. Dafür sprechen der Beginn in der Pubertät, die häufige Verschlimmerung nach Schwangerschaften und das späte Auftreten im Klimakterium. In vielen Fällen findet sich das Krankheitsbild familiär gehäuft. Die Vererbung scheint somit eine Rolle zu spielen.

Symptome - Woran erkennt man ein Lipödem?

Entscheidend sind mehrere Veränderungen. Bezüglich der Körperform weisen alle Betroffenen eine umschriebene Vermehrung des Unterhautfettgewebes an den Beinen, seltener auch an den Armen auf. Aufgrund dieser Verdickung entsteht bei schlanker oberer Körperhälfte eine deutliche Disproportion zwischen Ober- und Unterkörper. Oft haben die Betroffenen die Empfindung, als ob der untere Teil des Körpers zu einer anderen Person gehört („Das da unten bin ich nicht!“). Diese teilweise extrem auffällige Veränderung der Figur führt oft zu ausgeprägten Problemen mit dem Körperbild und dadurch zu einer großen psychischen Belastung. In vielen Fällen ist die Umfangsvermehrung der Beine so stark, dass es beim Gehen zum „Wundscheuern“ an den Oberschenkelinnenseiten kommt. Bei sehr ausgeprägtem Befall kann durch Bildung von Fettwülsten an den Knieinnenseiten sogar eine Beeinträchtigung beim Gehen eintreten.

Ein weiteres Charakteristikum des Lipödems sind wiederholt auftretende Blutergüsse an den Beinen, welche bereits nach Berührungen oder leichten Stößen auftreten. Diese Neigung zu Blutergüssen ist Folge einer „Brüchigkeit“ der Wände kleinster Blutgefäße.

Welcher Beschwerden lassen ein Lipödem denken?

Besonders belastend sind die Beschwerden durch die Ödeme, d. h. durch das „Wasser in den Beinen“. Im Laufe des Tages treten Ödeme im Unterhautgewebe der Unterschenkel, nicht jedoch in den Füßen, auf. Verursacht werden sie durch eine vermehrte Durchlässigkeit der Kapillaren für Flüssigkeit. Bei Krankheitsbeginn sind die Ödeme morgens nicht oder kaum vorhanden, abends aber deutlich sichtbar. Verstärkt wird dies durch langes Stehen oder Sitzen. Im Laufe der Jahre kann sich der Befund verschlimmern; die Unter- und Oberschenkel sind ganztags geschwollen und werden auch über Nacht nicht mehr schlank. Durch diese Wasseransammlungen entstehen Schwere- und Spannungsgefühle sowie Berührungs- und Druckschmerzen. Die Druckempfindlichkeit kann u.U. so groß sein, dass schon kleine Berührungen als ausgesprochen unangenehm empfunden werden. Die praktisch immer vorhandene psychische Belastung entsteht aufgrund des kontinuierlich schlechter werdenden Aussehens. Auch weisen sich viele Betroffene fälschlicherweise selbst die Schuld an Ihrer Figur zu. Trotz aller Maßnahmen wie Diäten – die keinen wesentlichen Effekt auf die Ursache des Lipödem haben - oder Sport nimmt das Unterhautvolumen an den Beinen und Armen aber nicht ab; allenfalls der Rumpf wird schlanker, was die bestehende Disproportion weiter verschlechtert.

Liebe Patienten, Sie haben eine Erkrankung, die durch Diäten nicht zu beherrschen ist...!, dennoch gibt es erfolgreiche Therapien.

Die Beschwerden werden von den Betroffenen überwiegend als dumpf, drückend und schwer beschrieben. Nach langem Sitzen oder Stehen können sie sehr stark werden; so beschreiben Betroffene, dass die Beine dann „aus allen Fugen“ wollen, man das Gefühl hat, als wenn sie „zerspringen“ oder „von innen platzen würden“ bzw. als ob „Beton in den Beinen“ ist.

Was ist der Ausweg?

Leider trotzen beim Lipödem die krankheitstypischen umschriebenen Fettvermehrungen jeglicher Nahrungseinschränkung und allen sportlichen Betätigungen. Trotz wiederholter Diäten zeigt sich weder eine Verbesserung der Form noch der Beschwerden in den betroffenen Körperbereichen. Man kann zwar das zusätzliche Übergewicht reduzieren; dadurch wird die Disproportion zwischen schlankem Oberkörper und voluminösem Unterkörper aber nicht beseitigt, da nur der Rumpf Fettvolumen verliert, nicht jedoch die vom Lipödem betroffenen Beine. Auch neuerdings angepriesene Verfahren zur Auflösung des Fettes wie die Injektionslipolyse („Fett-weg-Spritze“) oder die Laserlipolyse sind – leider – nicht geeignet, eine relevante Umfangsreduktion zu erreichen. Ebenso ist der Einsatz von Entwässerungsmitteln nicht sinnvoll. Diese Medikamente führen zwar kurzfristig zu einer Erleichterung; auf Dauer verschlimmern sie aber den Befund, da nur die Flüssigkeit im Gewebe, nicht aber die Eiweißanteile beseitigt werden.

Welche wirksamen konservativen Therapiemöglichkeiten gibt es?

Das Ziel der konservativen Behandlung ist die Ödembeseitigung. Zu Beginn tritt das Ödem im Laufe des Tages auf, ist abends besonders gut sichtbar und verschwindet im Laufe der Nacht ohne weitere Therapie. In diesen frühen Stadien kann die Entstehung des Ödems allein durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen vermieden werden. Bildet sich das Ödem nicht mehr von alleine zurück, wird die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) eingesetzt. Diese physikalische Behandlungsmethode ist neben der Kompressionstherapie die Manuelle Lymphdrainage (MLD).

Was erreicht die konservative Behandlung?

Die konservative Behandlung ist eine symptomatische Behandlung. Damit lässt sich eine Verminderung der im Gewebe abgelagerten Flüssigkeit und damit der ödembedingten Druck-, Spannungs- und Berührungsschmerzen erreichen. Können durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen und die weiterhin regelmäßig durchgeführten Lymphdrainagen die Beine ödemfrei gehalten werden, so sind die Betroffenen schmerzfrei. Die ausreichende Kompressionsstärke sowie der gute Sitzkomfort eines Kompressionsstrumpfes sind entscheidend für den Therapieerfolg. Die im Laufe der Jahre progrediente Fettvermehrung kann dadurch aber nicht beeinflusst und leider auch nicht reduziert werden. Dies sind jedoch rein symptomatische Therapien, die zu keinerlei Verringerungen des erkrankten Fettgewebes führen, dies können lediglich operative Maßnahmen leisten.

Welche operativen Therapiemöglichkeiten existieren?

Ziel der operativen Therapie ist die Beseitigung bzw. Verminderung des krankhaft vermehrten Fettes. Bis in die 90er Jahre führte man die Fettabsaugung noch mittels großer und scharfer Kanülen ohne vorherige Auffüllung des Unterhautgewebes mit Flüssigkeit („dry technique“) durch. Bei diesem Vorgehen gab es nicht nur häufig schlechte kosmetische Ergebnisse, sondern teilweise auch gefährliche Blutungen sowie Lymphgefäßverletzungen. Zu Recht wurde dieses Verfahren daher kritisch beurteilt und inzwischen verlassen. Aufgrund neuer Entwicklungen der letzten 10-15 Jahre bei der Liposuktion können wir heute das vermehrte Fettgewebe jedoch sehr sicher, schonend und mit sehr gutem Erfolg absaugen. Der der sog. Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) und die Anwendung von Mikrokanülen hat – in der Technik wie Dr. Ryssel sie anwendet- die Liposuktion beim Lipödem ausgesprochen gewebeschonend gemacht; auch sind die kosmetischen Ergebnisse sehr gut. Daher hat sich die Liposuktion zu einem Standardverfahren entwickelt, welches Dr. Ryssel nicht mehr nur aus kosmetischen, sondern zusätzlich auch aus medizinischen Gründen eingesetzt wird.

Durch die Anwendung der sogenannten Tumeszenzanästhesie und den Einsatz von schonenden Kanülen kann Dr. Ryssel eine Reduktion des Fettgewebes und eine gleichzeitige Formung (Bodycontouring) vornehmen. Weiterhin stehen uns Techniken mit Lasersystemen zur Verfügung, um so im Rahmen der Liposuktion gleichzeitig eine Straffung der Haut vorzunehmen. Vor der Operation wird ein detaillierter Operationsplan mit Anzeichnen der störenden Areale erstellt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen

Kontakt

Praxis Dr. Ryssel

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie


Augusta Anlage 7-11 (3.OG)

68165 Mannheim

Telefon: +49 (0621) 12 50 64 90

E-Mail: info@dr-ryssel.de

Web: www.plastische-chirurgie-dr-ryssel.de

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